Generative KI gehört zu den wichtigsten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Während klassische KI-Systeme häufig Daten analysieren, Muster erkennen oder Entscheidungen unterstützen, kann generative KI eigenständig neue Inhalte erzeugen. Dazu gehören unter anderem Texte, Bilder, Videos, Musik, Stimmen, Softwarecode und weitere digitale Inhalte.
Von Chatbots und KI-Schreibassistenten bis hin zu automatisierter Bildgenerierung und Programmierhilfe entstehen immer mehr Anwendungen, die generative künstliche Intelligenz in Unternehmen und im Alltag nutzbar machen. Doch was genau ist generative KI? Wie funktioniert sie? Welche Technologien stecken dahinter und welche Vorteile bietet sie Unternehmen?
Was ist generative KI?
Generative KI bezeichnet Systeme der künstlichen Intelligenz, die eigenständig neue Inhalte erzeugen können. Diese Inhalte basieren auf Mustern und Zusammenhängen, die das jeweilige KI-Modell während seines Trainings gelernt hat.
Generative KI kann beispielsweise:
Texte schreiben
Bilder erstellen
Videos generieren
Musik komponieren
Stimmen erzeugen
Softwarecode entwickeln
Dokumente zusammenfassen
Produktbeschreibungen erstellen
Ideen und Konzepte entwickeln
Daten analysieren und daraus Inhalte ableiten
Bekannte Beispiele für generative KI sind große Sprachmodelle wie ChatGPT, Bildgeneratoren und KI-Systeme für Video- oder Audioproduktion. Der entscheidende Unterschied zu vielen klassischen KI-Anwendungen besteht darin, dass generative KI nicht ausschließlich vorhandene Informationen klassifiziert oder analysiert. Sie kann auf Grundlage gelernter Muster neue Inhalte erzeugen.
Generative KI einfach erklärt
Das Prinzip lässt sich relativ einfach erklären. Ein generatives KI-Modell wird zunächst mit sehr großen Mengen an Daten trainiert. Je nach Anwendung können diese Daten beispielsweise aus Texten, Bildern, Audioaufnahmen, Videos oder Programmcode bestehen. Während des Trainings lernt das Modell statistische Zusammenhänge und Muster.
Bei einem Sprachmodell geht es beispielsweise darum, Zusammenhänge zwischen Wörtern, Sätzen und Bedeutungen zu erkennen. Bei einem Bildmodell werden wiederum Muster in Bildern und deren Beschreibungen gelernt. Gibt ein Nutzer anschließend eine Eingabe ein, die sogenannte Prompt, erzeugt das Modell daraus eine passende Ausgabe.
Beispiel:
Prompt:
„Schreibe eine Produktbeschreibung für einen nachhaltigen Bürostuhl.“
Die generative KI verarbeitet diese Anweisung und erzeugt daraus einen neuen Text. Das bedeutet allerdings nicht, dass die KI wie ein Mensch denkt. Sie arbeitet auf Grundlage der Strukturen und Wahrscheinlichkeiten, die sie während des Trainings gelernt hat.
Wie funktioniert generative KI?
Die Funktionsweise generativer KI ist technisch komplex. Für das grundlegende Verständnis reichen jedoch einige wichtige Bausteine.
1. Training mit großen Datenmengen
Am Anfang steht das Training des KI-Modells. Je nach Modell werden große Mengen an Texten, Bildern, Audio, Videos oder anderen Daten verarbeitet. Das Modell versucht dabei, Muster und Beziehungen innerhalb dieser Daten zu erkennen. Bei einem Sprachmodell kann beispielsweise gelernt werden, welche Wörter häufig gemeinsam auftreten und wie sich Sprache kontextabhängig verändert.
2. Künstliche neuronale Netze
Viele moderne generative KI-Systeme basieren auf künstlichen neuronalen Netzen. Diese orientieren sich vereinfacht am Aufbau biologischer neuronaler Netzwerke. Sie bestehen aus zahlreichen miteinander verbundenen Recheneinheiten und können während des Trainings ihre Parameter anpassen. Dadurch entsteht ein Modell, das komplexe Zusammenhänge innerhalb der Trainingsdaten abbilden kann.
3. Transformer und große Sprachmodelle
Bei modernen Sprachmodellen spielen sogenannte Transformer-Architekturen eine besonders wichtige Rolle. Transformer können Zusammenhänge zwischen verschiedenen Teilen eines Textes effizient berücksichtigen. Dadurch können Sprachmodelle auch bei längeren Eingaben den Kontext besser verarbeiten. Auf dieser Technologie basieren viele heutige Large Language Models, kurz LLMs.
4. Prompt und Ausgabe
Nach dem Training kann ein Nutzer dem Modell eine Eingabe geben. Diese Eingabe wird als Prompt bezeichnet.
Beispielsweise:
„Erstelle fünf Ideen für eine Social-Media-Kampagne für ein mittelständisches Unternehmen.“
Die KI verarbeitet die Eingabe und erzeugt daraufhin eine entsprechende Ausgabe. Je präziser der Prompt formuliert ist, desto besser lässt sich die gewünschte Ausgabe häufig steuern.
Welche Inhalte kann generative KI erstellen?
Die Einsatzmöglichkeiten generativer künstlicher Intelligenz sind inzwischen sehr vielfältig.
Texte
Eine der bekanntesten Anwendungen ist die automatische Texterstellung.
Generative KI kann unter anderem:
Blogartikel entwerfen
E-Mails formulieren
Produktbeschreibungen schreiben
Social-Media-Beiträge erstellen
Texte übersetzen
Texte zusammenfassen
Ideen entwickeln
Texte umformulieren
FAQ erstellen
Marketingtexte vorbereiten
Besonders interessant ist das für Unternehmen, die regelmäßig große Mengen an Text produzieren.
Bilder
Generative KI kann auch neue Bilder erzeugen.
Aus einer textlichen Beschreibung können beispielsweise entstehen:
Produktbilder
Werbemotive
Illustrationen
Konzeptbilder
Social-Media-Grafiken
Hintergründe
kreative Visualisierungen
Dadurch können Unternehmen Ideen deutlich schneller visualisieren.
Videos
Auch die Videoproduktion verändert sich durch generative KI. Moderne Systeme können unter anderem dabei helfen, Videoszenen zu erstellen, Bilder zu animieren oder aus Textbeschreibungen audiovisuelle Inhalte zu entwickeln. Das kann beispielsweise für Marketing, Social Media, Schulungen oder Produktpräsentationen interessant sein.
Musik und Audio
Generative KI wird außerdem zunehmend für Audioinhalte eingesetzt.
Dazu gehören:
Musik
Soundeffekte
Sprachsynthese
Voiceovers
Hörbuchproduktionen
automatische Audiobearbeitung
Damit entstehen neue Möglichkeiten für Content Creator, Musiker, Unternehmen und Medienproduktionen.
Programmcode
Auch Softwareentwicklung gehört zu den wichtigen Einsatzgebieten.
Generative KI kann Programmierer beispielsweise unterstützen bei:
Code-Generierung
Fehlersuche
Code-Erklärungen
Dokumentation
Tests
Refactoring
SQL-Abfragen
Skripten
Prototypen
Dabei ersetzt die KI nicht automatisch den Entwickler. Vielmehr kann sie als zusätzlicher Assistent innerhalb des Entwicklungsprozesses eingesetzt werden.
Generative KI vs. klassische KI
Generative KI und klassische künstliche Intelligenz sind nicht dasselbe. Klassische KI-Systeme werden häufig dafür eingesetzt, Daten zu analysieren, Muster zu erkennen oder bestimmte Entscheidungen beziehungsweise Vorhersagen zu unterstützen. Generative KI konzentriert sich dagegen auf die Erzeugung neuer Inhalte.
| Klassische KI | Generative KI |
|---|---|
| Erkennt Muster | Erzeugt Inhalte |
| Klassifiziert Daten | Erstellt neue Texte |
| Erkennt Anomalien | Erstellt Bilder |
| Erstellt Prognosen | Generiert Audio |
| Unterstützt Entscheidungen | Generiert Code |
| Analysiert vorhandene Daten | Erstellt neue Inhalte |
Die Grenzen können allerdings fließend sein. Moderne KI-Systeme kombinieren zunehmend Analyse-, Such-, Automatisierungs- und Generierungsfunktionen.
Beispiele für generative KI
Mittlerweile existieren zahlreiche bekannte generative KI-Systeme.
ChatGPT
ChatGPT kann unter anderem Texte erstellen, Fragen beantworten, Inhalte analysieren, programmieren und bei vielen alltäglichen sowie beruflichen Aufgaben unterstützen.
Google Gemini
Gemini ist eine KI-Plattform von Google und kann unter anderem Texte und andere Inhalte verarbeiten und generieren.
Microsoft Copilot
Microsoft Copilot integriert KI-Funktionen in verschiedene Microsoft-Produkte und kann beispielsweise bei Dokumenten, E-Mails, Präsentationen und Programmierung unterstützen.
Claude
Claude ist ein generatives KI-System mit Fokus auf Sprachverarbeitung, Analyse und längere Dokumente.
Bildgeneratoren
Für die Bildgenerierung existieren ebenfalls zahlreiche Modelle und Plattformen. Sie können aus Textbeschreibungen neue visuelle Inhalte erstellen.
Generative KI im Unternehmen
Für Unternehmen ist generative KI besonders interessant, weil sie zahlreiche wiederkehrende Aufgaben beschleunigen kann.
Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viele Aufgaben zu automatisieren. Entscheidend ist vielmehr die Frage:
Wo kann generative KI einen messbaren Mehrwert schaffen?
Typische Einsatzgebiete sind Marketing, Kundenservice, IT, Personalwesen, Vertrieb, Verwaltung und Wissensmanagement.
1. Generative KI im Marketing
Marketing gehört zu den Bereichen, in denen generative KI besonders schnell eingesetzt werden kann.
Unternehmen können KI beispielsweise für folgende Aufgaben verwenden:
Blogartikel
Newsletter
Social-Media-Posts
Anzeigenvarianten
Produktbeschreibungen
Kampagnenideen
SEO-Texte
Zielgruppenanalysen
Content-Ideen
Ein Marketingteam kann dadurch schneller unterschiedliche Varianten entwickeln und anschließend die besten Ergebnisse auswählen und überarbeiten.
2. Generative KI im Kundenservice
Chatbots sind ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet. Generative KI kann Kunden beispielsweise rund um die Uhr bei Fragen unterstützen.
Ein KI-Assistent kann:
häufige Fragen beantworten
Informationen aus Wissensdatenbanken bereitstellen
Supportanfragen vorsortieren
Antworten vorbereiten
Mitarbeiter bei der Bearbeitung unterstützen
Bei komplexen oder sensiblen Anliegen sollte jedoch weiterhin ein Mensch eingebunden werden.
3. Generative KI in der IT
Auch IT-Abteilungen können von generativer KI profitieren.
Beispiele sind:
Skripte erstellen
Logdateien analysieren
Fehlermeldungen erklären
Dokumentationen erstellen
SQL-Abfragen formulieren
PowerShell-Skripte generieren
Code analysieren
technische Texte zusammenfassen
Besonders bei wiederkehrenden Aufgaben kann dies Zeit sparen.
4. Generative KI im Vertrieb
Im Vertrieb kann generative KI beispielsweise bei der Vorbereitung von Kundengesprächen helfen.
Mögliche Anwendungen:
E-Mail-Entwürfe
Gesprächszusammenfassungen
CRM-Dokumentation
Angebotsentwürfe
Produktargumentationen
Recherche
individuelle Kundenansprache
Dadurch können Vertriebsmitarbeiter einen größeren Teil ihrer Arbeitszeit für tatsächliche Kundengespräche nutzen.
5. Generative KI im Personalwesen
Auch HR-Abteilungen können generative KI einsetzen.
Beispiele:
Stellenanzeigen formulieren
Bewerbungsprozesse strukturieren
interne Informationen aufbereiten
Schulungsmaterial erstellen
Mitarbeiterfragen beantworten
Onboarding-Dokumente erstellen
Gerade im Personalbereich müssen Unternehmen allerdings besonders sorgfältig mit Datenschutz und möglichen Verzerrungen umgehen.
Vorteile generativer KI für Unternehmen
Richtig eingesetzt kann generative KI erhebliche Vorteile bieten.
Zeitersparnis
Wiederkehrende Aufgaben können schneller erledigt werden. Ein erster Entwurf, für den ein Mitarbeiter normalerweise eine Stunde benötigt, kann mit Unterstützung einer KI möglicherweise innerhalb weniger Minuten entstehen.
Produktivitätssteigerung
Mitarbeiter können sich stärker auf Aufgaben konzentrieren, die menschliches Urteilsvermögen, Kreativität oder Kommunikation erfordern.
Skalierbarkeit
Unternehmen können größere Mengen an Inhalten erzeugen, ohne den Personalaufwand im gleichen Verhältnis erhöhen zu müssen.
Kreative Unterstützung
Generative KI kann Ideen liefern und als Sparringspartner dienen. Sie kann beispielsweise zehn verschiedene Ansätze für eine Kampagne entwickeln, aus denen anschließend ein Mensch die beste Variante auswählt.
Personalisierung
KI kann Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen und Situationen anpassen.
Welche Nachteile hat generative KI?
Trotz der vielen Möglichkeiten ist generative KI kein fehlerfreies Werkzeug. Unternehmen sollten sich deshalb auch mit den Risiken beschäftigen.
Falsche Informationen
Generative KI kann überzeugend klingende, aber falsche Informationen erzeugen. Bei Sprachmodellen wird dieses Problem häufig als Halluzination bezeichnet. Deshalb sollten wichtige Informationen immer überprüft werden.
Datenschutz
Unternehmen müssen darauf achten, welche Daten sie in externe KI-Systeme eingeben. Personenbezogene Daten, vertrauliche Unternehmensinformationen oder Geschäftsgeheimnisse sollten nicht ohne entsprechende Prüfung an externe Systeme übermittelt werden.
Urheberrecht
Bei KI-generierten Inhalten können außerdem urheberrechtliche und lizenzrechtliche Fragen relevant sein. Unternehmen sollten deshalb klären, welche Nutzungsrechte für die verwendeten Systeme und erzeugten Inhalte gelten.
Abhängigkeit von KI
Eine Organisation sollte nicht blind von einem einzigen KI-Anbieter abhängig werden. Strategisch sinnvoll kann eine Architektur sein, die verschiedene Modelle und Anbieter berücksichtigen kann.
Qualitätskontrolle
KI-generierte Inhalte benötigen je nach Einsatzgebiet eine menschliche Kontrolle. Besonders bei rechtlichen, finanziellen, medizinischen oder sicherheitsrelevanten Informationen ist eine sorgfältige Prüfung entscheidend.
Was sind Halluzinationen bei generativer KI?
Eine Halluzination entsteht, wenn ein KI-System eine Information erzeugt, die plausibel klingt, aber tatsächlich falsch oder nicht belegt ist. Beispielsweise könnte ein Sprachmodell eine nicht existierende Quelle nennen oder eine falsche Zahl als Tatsache darstellen.
Das Problem entsteht unter anderem dadurch, dass generative Sprachmodelle nicht einfach eine klassische Datenbank durchsuchen und anschließend eine Wahrheit ausgeben. Sie generieren Antworten auf Basis erlernter Muster und des vorhandenen Kontexts.
Deshalb gilt:
Eine überzeugend formulierte KI-Antwort ist nicht automatisch eine korrekte Antwort. Für Unternehmen ist diese Unterscheidung besonders wichtig.
Was ist ein Prompt?
Ein Prompt ist eine Anweisung oder Eingabe, mit der ein Nutzer eine generative KI steuert.
Ein einfacher Prompt wäre:
„Schreibe einen Blogartikel über künstliche Intelligenz.“
Ein besser strukturierter Prompt könnte dagegen beispielsweise Zielgruppe, Tonalität, Umfang, Thema und gewünschtes Ergebnis definieren. Je genauer die Anforderungen beschrieben werden, desto leichter kann das KI-System eine passende Antwort erzeugen. Das Arbeiten mit guten Prompts wird deshalb zunehmend als Prompt Engineering bezeichnet.
Was ist Prompt Engineering?
Prompt Engineering beschreibt die systematische Gestaltung von Eingaben für KI-Systeme.
Ein guter Prompt kann beispielsweise folgende Informationen enthalten:
Rolle: Welche Perspektive soll die KI einnehmen?
Aufgabe: Was soll sie erledigen?
Kontext: Welche Informationen sind relevant?
Zielgruppe: Für wen ist das Ergebnis gedacht?
Format: Wie soll die Ausgabe strukturiert sein?
Grenzen: Was soll die KI vermeiden?
Beispiel:
„Agiere als SEO-Redakteur. Erstelle einen ausführlichen Artikel über generative KI für deutsche mittelständische Unternehmen. Verwende eine verständliche Sprache, strukturiere den Artikel mit H2- und H3-Überschriften und erkläre Vorteile, Risiken und konkrete Anwendungsfälle.“
Das ist wesentlich präziser als lediglich „Schreibe etwas über generative KI“.
Generative KI und Automatisierung
Besonders interessant wird generative KI in Kombination mit Automatisierung.
Ein Unternehmen könnte beispielsweise einen Prozess aufbauen, bei dem:
Kundenanfrage → KI analysiert Anfrage → Informationen werden abgerufen → Antwort wird erstellt → Mitarbeiter prüft → Antwort wird versendet Dadurch wird generative KI nicht nur als Chatbot verwendet, sondern Bestandteil eines größeren Geschäftsprozesses. In Verbindung mit APIs, Datenbanken und Automatisierungsplattformen können daraus leistungsfähige KI-Workflows entstehen.
Generative KI und KI-Agenten
Eine weitere Entwicklung sind sogenannte KI-Agenten. Während ein klassischer Chatbot hauptsächlich auf eine einzelne Unterhaltung reagiert, können KI-Agenten stärker auf die Durchführung von Aufgaben ausgerichtet sein.
Ein Agent könnte beispielsweise:
Informationen recherchieren
Daten analysieren
Tools verwenden
Dateien bearbeiten
Systeme ansprechen
mehrere Arbeitsschritte miteinander verbinden
Damit verschiebt sich die Nutzung von KI zunehmend von der reinen Content-Erzeugung hin zur Aufgabenautomatisierung.
Wie können Unternehmen generative KI erfolgreich einführen?
Die Einführung sollte strategisch erfolgen. Es reicht nicht aus, Mitarbeitern einfach einen KI-Zugang bereitzustellen. Ein sinnvoller Ansatz besteht aus mehreren Schritten.
1. Geschäftsprozesse analysieren
Zunächst sollte untersucht werden, welche Aufgaben besonders zeitaufwendig oder repetitiv sind.
2. Geeignete Anwendungsfälle auswählen
Nicht jeder Prozess eignet sich gleichermaßen für generative KI. Besonders interessant sind Aufgaben mit hohem Text-, Analyse- oder Kommunikationsanteil.
3. Datenschutz und Sicherheit prüfen
Vor der Einführung sollten unter anderem Datenschutz, Zugriffsrechte und der Umgang mit Unternehmensdaten geklärt werden.
4. Mitarbeiter schulen
Mitarbeiter müssen verstehen, wie KI-Systeme funktionieren und welche Grenzen sie besitzen.
5. Pilotprojekt starten
Statt direkt das gesamte Unternehmen umzustellen, kann zunächst ein begrenzter Anwendungsfall getestet werden.
6. Ergebnisse messen
Unternehmen sollten beispielsweise überprüfen:
Wie viel Zeit wird eingespart?
Wie verändert sich die Qualität?
Wie hoch ist die Akzeptanz?
Welche Kosten entstehen?
Welche Risiken treten auf?
7. Erfolgreiche Anwendungen skalieren
Funktioniert ein Pilotprojekt gut, kann der Einsatz auf weitere Abteilungen und Prozesse ausgeweitet werden.
Braucht jedes Unternehmen generative KI?
Nein. Generative KI ist kein Selbstzweck.
Unternehmen sollten nicht fragen:
„Wo können wir KI einsetzen?“
Sinnvoller ist:
„Welches Problem können wir mit KI besser, schneller oder günstiger lösen?“
Wenn ein Prozess bereits effizient funktioniert und eine KI keinen messbaren Mehrwert liefert, muss er nicht zwangsläufig mit künstlicher Intelligenz erweitert werden.
Generative KI für kleine und mittelständische Unternehmen
Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können von generativer KI profitieren. Sie verfügen häufig nicht über die gleichen personellen Ressourcen wie große Konzerne. KI kann deshalb dabei helfen, bestimmte Aufgaben effizienter zu erledigen.
Interessante Einsatzbereiche sind beispielsweise:
Marketing
Kundenkommunikation
interne Wissensdatenbanken
Angebotsvorbereitung
Dokumentation
Büroorganisation
IT-Support
Recherche
Content-Erstellung
Entscheidend ist dabei ein kontrollierter und sinnvoller Einsatz.
Wie verändert generative KI die Arbeitswelt?
Generative KI wird zahlreiche Tätigkeiten verändern. Dabei bedeutet Automatisierung nicht zwangsläufig, dass komplette Berufe verschwinden. Viel häufiger werden einzelne Aufgaben innerhalb eines Berufs automatisiert oder unterstützt.
Ein Marketingmitarbeiter kann beispielsweise weiterhin für Strategie und Kampagnen verantwortlich sein, während die KI erste Textvarianten erstellt. Ein Entwickler bleibt für die Architektur und Qualität des Systems verantwortlich, während die KI bei Code und Dokumentation unterstützt. Die zentrale Fähigkeit wird daher zunehmend darin bestehen, KI sinnvoll mit menschlicher Expertise zu kombinieren.
Generative KI und die Zukunft
Die Entwicklung generativer KI schreitet schnell voran. Zukünftige Systeme werden voraussichtlich stärker multimodal arbeiten. Das bedeutet, dass Text, Bilder, Audio, Video und andere Datenformate innerhalb eines Systems miteinander verarbeitet werden können. Gleichzeitig dürfte die Verbindung von KI mit externen Tools, Unternehmensdaten und Automatisierungen weiter an Bedeutung gewinnen.
Dadurch wird generative KI zunehmend weniger wie ein einzelner Chatbot und mehr wie eine digitale Arbeitsplattform funktionieren. Auch KI-Agenten, personalisierte KI-Assistenten und unternehmensinterne KI-Systeme dürften in Zukunft eine größere Rolle spielen.
Fazit: Generative KI wird zum wichtigen Werkzeug für Unternehmen
Generative KI kann eigenständig neue Inhalte wie Texte, Bilder, Audio, Videos und Programmcode erzeugen. Dadurch unterscheidet sie sich von vielen klassischen KI-Systemen, die hauptsächlich Daten analysieren, klassifizieren oder Vorhersagen erstellen.
Für Unternehmen bietet generative künstliche Intelligenz zahlreiche Möglichkeiten: von Marketing und Kundenservice über IT und Vertrieb bis hin zu Personalwesen und Wissensmanagement. Gleichzeitig darf die Technologie nicht unkritisch eingesetzt werden. Datenschutz, Informationsqualität, Urheberrecht, Sicherheit und menschliche Kontrolle bleiben wichtige Faktoren.
Der größte Nutzen entsteht deshalb nicht dadurch, möglichst viel KI einzusetzen. Entscheidend ist, die richtigen Prozesse mit der richtigen KI zu verbinden. Für Unternehmen kann generative KI damit weit mehr sein als ein Werkzeug zum Schreiben von Texten. Richtig eingesetzt kann sie zu einem zentralen Bestandteil moderner digitaler Arbeitsprozesse werden.